Gelenklager

Gelenklager sind keine Wälzlager sondern Gleitlager. Beim Gelenklager findet der Gleitkontakt zwischen einem ballig ausgeführten Innenring und der ebenso ballig geformten Bohrung des Außenringes statt. Durch diese sphärische Gestalt der Gleitflächen übernimmt das Gelenklager eine Trag- und Führungsfunktion. Gleichzeitig können Fluchtungsfehler oder Durchbiegungen der Welle ausgeglichen und Kantenpressungen vermieden werden.

Aufgrund des simplen Aufbaus haben Gelenklager gegenüber Pendelkugel- bzw. Pendelrollenlager folgende Vorteile:

  • Durch die große Auflagefläche sind Gelenklager relativ unempfindlich gegenüber Stößen und Schwingungen
  • Bieten eine gute Geräusch- und Schwingungsdämpfung
  • Sind kompakter bzw. benötigen kleineren Bauraum mit deutlich geringeren Herstellkosten

Demgegenüber haben Gelenklager folgende Nachteile:

  • Relativ hohe Anlaufreibung bzw. Anlaufmoment
  • Geringere Grenzdrehzahl
  • Oszillierende Bewegungsabläufe führen häufig zu ständigem Anlaufphasen
  • Schlechte Wärmeabfuhr bei Verbundwerkstoffen

In der Praxis kommt es mitunter zu Verwechslungen mit Schwenklagern. Wartungspflichtige Gelenklager sind im Allgemeinen in der Paarung Stahl/Stahl ausgeführt und müssen geschmiert werden. Zunehmend erfolgt der Einsatz wartungsfreier Gleitlagerpaarungen im Trockenlauf. Dabei bestehen die Gleitflächen aus selbstschmierenden Trockengleitlager-Werkstoffen mit niedrigen Gleitreibungskoeffizienten (PTFE, MoS2, Graphit, PE, Silikon). Dabei kommt es auf Grund der Mischreibung zu keiner vollständigen Trennung der Gleitpartner.